Mediation

Was ist Mediation?

Mediation ist eine besondere Art der Konfliktlösung.

Als außergerichtliches Verfahren zur konstruktiven Bearbeitung von Konflikten ermöglicht Mediation zwei oder mehreren streitenden Parteien bestehende Konflikte zu bearbeiten und einvernehmlich beizulegen. Der Mediator sorgt innerhalb des Prozesses für den Raum und die Möglichkeit, gehört zu werden, die gegenseitigen Positionen und Interessen zu erkennen und eigenverantwortlich eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten.

Bereits vor der Entstehung eines Konfliktes eignet sich das Verfahren in Form einer mediativen Beratung dazu, Standpunkte und (kritische) Themen früh offenzulegen oder gemeinsame Projekte so auf den Weg zu bringen, dass Widerstände minimiert und Energien gebündelt werden können, statt sie in Reibereien und Konflikten zu binden. Neben Firmenübergaben- und -gründungen kann die mediative Beratung z.B. auch bei Testamentserstellungen und Erbschaftsangelegenheiten eingesetzt werden.

Mögliche Themen für eine Mediation

Themen im Berufsleben
Im Wirtschafts- oder Arbeitsleben herrschen Konflikte auf den unterschiedlichsten Ebenen und führen sprichwörtlich zu „Sand im Getriebe“. Um diese Konflikte positiv für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung und Dynamik zu nutzen, kann die Mediation insbesondere in folgenden Konfliktbereichen Anwendung finden:

  • innerhalb eines oder zwischen Teams oder Projektgruppen
  • Auseinandersetzungen zwischen Mitarbeitern gleicher oder unterschiedlicher Hierarchieebene
  • Fusionen, Betriebsübergang oder andere Umstrukturierungsprozesse und deren Folgen
  • Konflikte unter Gesellschaftern oder bei der Unternehmensnachfolge
  • Konflikte mit Lieferanten und/oder Kunden

Themen im Privatleben
Im familiären oder privaten Kontext sind Konflikte vielfältig und emotional. Um das miteinander Verbundensein wieder zu stärken und ein positives Miteinander zu fördern, kann die Mediation insbesondere in folgenden Konfliktbereichen Anwendung finden:

  • Dissonanz zwischen Angehörigen verschiedener Generationen und Konflikte im Alter
  • Erbschafts- und Familienstreitigkeiten (auch zwischen und in Patchwork-Familien)
  • Streit in Erziehungsfragen und Konflikte im Schulwesen
  • Nachbarschaftskonflikte
  • Mietkonflikte
  • Streit im Familienunternehmen

Phasen eines Mediationsverfahrens

  1. Auftragsklärung:

    Klärung der Rahmenbedingungen, des Ablaufs und der Verantwortlichkeiten, Auftragserteilung

  2. Informations- und Themensammlung:

    Konfliktschilderung aus den verschiedenen Blickwinkeln, Sammeln und Formulierung der Themen und Konfliktfelder

  3. Klärung von Interessen, Anliegen und Wünschen:

    Sichtbar- und Bewusstmachen der hinter den Positionen liegenden Interessen und Bedürfnisse aller Konfliktpartner

  4. Erarbeiten von Lösungsoptionen:

    gemeinsame Entwicklung verschiedenster Ideen und Möglichkeiten, um neue für alle Seiten vorteilhafte Lösungsansätze zu erreichen

  5. Übereinkunft:

    Bewertung der Lösungen und deren Umsetzbarkeit, Einigung auf einen für alle akzeptablen und umsetzbaren Lösungsweg und die weiteren gemeinsamen Schritte, schriftliche Dokumentation in der Mediationsvereinbarung

Im Anschluss an den Prozess werden die vereinbarten Lösungsschritte zunächst für etwa 4 Wochen im Alltag erprobt. In einem darauf folgenden Abschlussgespräch werden die Erfahrungen reflektiert und die gemeinsam getroffene Lösung gegebenenfalls angepasst, um die Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit der Lösung dauerhaft zu sichern.

Anzahl und Dauer der Mediationssitzungen werden durch die Konfliktthemen und die Anzahl der Konfliktbeteiligten bestimmt. Bereits im Rahmen der Auftragsklärung kann der Zeitaufwand eingeschätzt und der zeitliche Rahmen gemeinsam festgelegt werden.